Spezialmaschinen für die Kanalsanierung finanzieren: Leasing, Mietkauf und Darlehen für Kanalroboter und Sanierungsfahrzeuge
Kurz beantwortet: Kanalroboter, Fräsroboter, Kanalinspektionssysteme und komplette Sanierungsfahrzeuge können grundsätzlich über Leasing, Mietkauf oder ein Investitionsdarlehen finanziert werden. Welche Finanzierungsform geeignet ist, hängt insbesondere von der Art der Technik, ihrer Drittverwendungsfähigkeit, der wirtschaftlichen Nutzungsdauer und der Bonität des Unternehmens ab.
Fräsroboter, Kanalroboter, TV-Inspektionssysteme oder komplett ausgebaute Sanierungsfahrzeuge sind hochspezialisierte Investitionsgüter. Sie ermöglichen Kanalbau- und Sanierungsunternehmen, Arbeiten effizient, präzise und häufig ohne aufwendige offene Bauweise durchzuführen.
Die Technik hat allerdings ihren Preis. Je nach System, Ausstattung und Fahrzeug kann schnell ein erheblicher Investitionsbedarf entstehen.
Die gute Nachricht: Auch Spezialmaschinen für die Kanalsanierung können grundsätzlich über Leasing, Mietkauf oder ein Investitionsdarlehen finanziert werden.
Allerdings lohnt es sich gerade bei hochspezialisierter Technik, die Finanzierung nicht erst dann zu betrachten, wenn die Maschine bereits bestellt werden soll.
Welche Kanaltechnik kann finanziert werden?
Grundsätzlich können viele bewegliche Maschinen und technische Systeme für Kanalinspektion und Kanalsanierung finanziert werden.
Dazu gehören beispielsweise:
Fräsroboter und Kanalroboter
Sanierungsroboter
TV- und Kamera-Inspektionssysteme
Fahrwagen und Steuerungstechnik
UV-Aushärteanlagen
Wasserhochdrucktechnik
mobile Kanalsanierungssysteme
Kanalinspektionsfahrzeuge
Sanierungsfahrzeuge
Fahrzeuge inklusive technischem Spezialausbau
ergänzende Maschinen und Betriebsausstattung
Entscheidend ist weniger, ob es sich um eine „Spezialmaschine“ handelt. Wichtig ist vielmehr, wie das Investitionsgut aufgebaut ist, wer es liefert, wie es eingesetzt wird und welchen wirtschaftlichen Wert es während der Finanzierung besitzt.
Kann ein Fräsroboter oder Kanalroboter geleast werden?
Ja. Fräsroboter und Kanalroboter können grundsätzlich leasingfähig sein.
Bei einer Leasingprüfung betrachtet die Leasinggesellschaft allerdings nicht nur die Bonität des Unternehmens. Auch das zu finanzierende Objekt spielt eine wesentliche Rolle.
Bei Spezialmaschinen sind unter anderem folgende Fragen relevant:
Handelt es sich um serienmäßige oder individuell angefertigte Technik?
Gibt es einen nachvollziehbaren Markt für das System?
Wer ist Hersteller und Lieferant?
Wie lange ist die wirtschaftliche Nutzungsdauer?
Kann die Maschine bei Bedarf auch von einem anderen Unternehmen eingesetzt werden?
Aus welchen Einzelkomponenten besteht die Investition?
Wie hoch sind Fahrzeug-, Maschinen-, Software- und Einbauanteile?
Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.
Ein Angebot mit der Bezeichnung „Kanalsanierungssystem komplett – 280.000 EUR“ ist für eine Finanzierung deutlich schwieriger zu beurteilen als eine transparente Aufstellung der einzelnen technischen Komponenten.
Warum ist die Drittverwendungsfähigkeit beim Leasing von Spezialmaschinen wichtig?
Die Drittverwendungsfähigkeit beschreibt vereinfacht, ob eine Maschine auch von einem anderen Unternehmen wirtschaftlich genutzt werden könnte.
Beim klassischen Leasing bleibt die Leasinggesellschaft während der Vertragslaufzeit Eigentümerin des Investitionsgutes.
Deshalb interessiert sie sich nicht ausschließlich dafür, ob der Leasingnehmer seine Raten bezahlen kann. Sie bewertet auch das Objekt selbst.
Vereinfacht gesagt lautet eine wichtige Frage:
Kann diese Maschine theoretisch auch von einem anderen Unternehmen wirtschaftlich genutzt werden?
Je spezieller eine Maschine ausschließlich auf einen einzelnen Betrieb zugeschnitten ist, desto schwieriger kann die Finanzierung werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Spezialmaschinen grundsätzlich ungeeignet für Leasing sind.
Gerade bei etablierten Herstellern, bekannten technischen Systemen und Maschinen, die von verschiedenen Unternehmen einer Branche eingesetzt werden können, lässt sich die Situation häufig gut darstellen.
Kann ein Sanierungsfahrzeug inklusive Kanaltechnik gemeinsam finanziert werden?
Ja. Auch ein komplettes Kanalinspektions- oder Sanierungsfahrzeug kann grundsätzlich inklusive technischem Ausbau finanziert werden.
Bei Kanalinspektions- und Sanierungsfahrzeugen besteht die Investition häufig aus mehreren Bestandteilen:
Basisfahrzeug + Fahrzeugausbau + Maschinen- und Robotertechnik + Kamera- und Steuerungstechnik.
Grundsätzlich kann auch eine solche Gesamtlösung finanzierbar sein.
Wichtig ist eine nachvollziehbare Dokumentation.
Idealerweise liegen Angebote vor, aus denen beispielsweise hervorgeht:
welches Basisfahrzeug verwendet wird,
welche Einbauten vorgenommen werden,
welche Maschinen und Robotersysteme verbaut werden,
welche Steuerungs- und Kameratechnik enthalten ist,
welche Software Bestandteil des Systems ist,
welche weiteren Kosten beispielsweise für Montage oder Inbetriebnahme entstehen.
Je transparenter das Investitionsobjekt dargestellt wird, desto besser kann ein Finanzierungspartner die Anfrage beurteilen.
Leasing oder Mietkauf – was eignet sich für Kanaltechnik?
Leasing kann interessant sein, wenn die Nutzung und Liquiditätsschonung im Vordergrund stehen. Mietkauf eignet sich häufig für Technik, die langfristig im Unternehmen verbleiben soll. Ein Darlehen kann eine Alternative sein, wenn die Objektstruktur gegen Leasing spricht oder Fördermittel eingebunden werden sollen.
Eine pauschale Antwort gibt es dennoch nicht.
Leasing
Beim klassischen Leasing steht die Nutzung des Investitionsgutes im Vordergrund.
Das kann insbesondere interessant sein, wenn das Unternehmen seine Liquidität schonen und die Investition über planbare monatliche Leasingraten finanzieren möchte.
Eigentümer des Objektes bleibt während der Vertragslaufzeit die Leasinggesellschaft.
Mietkauf
Beim Mietkauf ist der wirtschaftliche Ansatz ein anderer.
Das Investitionsgut wird beim Mietkäufer bilanziert und geht nach Zahlung der vereinbarten Raten beziehungsweise der letzten Rate in dessen Eigentum über.
Mietkauf kann deshalb insbesondere bei Maschinen interessant sein, die langfristig im Unternehmen verbleiben sollen.
Investitionsdarlehen
Auch ein klassisches Darlehen kann für Spezialtechnik eine sinnvolle Alternative sein.
Das gilt beispielsweise dann, wenn eine Leasingstruktur aufgrund der besonderen Beschaffenheit des Investitionsgutes schwierig ist oder wenn bestimmte Förderprogramme genutzt werden sollen.
Welche Variante sinnvoll ist, sollte deshalb nicht allein anhand der monatlichen Rate entschieden werden.
Was ist bei sehr spezieller Kanalsanierungstechnik zu beachten?
Je spezieller die Maschine, desto wichtiger ist eine nachvollziehbar aufbereitete Finanzierungsanfrage.
Ein Finanzierungspartner möchte verstehen:
Was wird finanziert?
Wie verdient das Unternehmen mit dieser Investition Geld?
Wie lange wird die Technik voraussichtlich eingesetzt?
Wie werthaltig und marktgängig ist das Objekt?
Passt die Investitionshöhe zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens?
Das klingt selbstverständlich.
In der Praxis erhalten Leasinggesellschaften allerdings regelmäßig Angebote, bei denen große Teile einer Investition nur mit Begriffen wie „Sonderausbau“, „Systempaket“ oder „diverse Komponenten“ beschrieben sind.
Bei einer Standardmaschine ist das vielleicht noch erklärbar.
Bei einem sechsstelligen Spezialfahrzeug kann es entscheidend sein.
Welche Unterlagen werden für die Finanzierung einer Kanalsanierungsmaschine benötigt?
Für eine erste Prüfung werden normalerweise Unternehmenszahlen, ein detailliertes Angebot zur Technik und Informationen zum wirtschaftlichen Hintergrund der Investition benötigt.
Für eine erste Finanzierungsprüfung sind typischerweise folgende Informationen hilfreich:
Zum Unternehmen
aktuelle Jahresabschlüsse
aktuelle BWA einschließlich Summen- und Saldenliste
Informationen zum Unternehmen und zur Geschäftstätigkeit
gegebenenfalls aktuelle Auftragslage und größere Projekte
Zur Investition
detailliertes Angebot des Herstellers oder Händlers
genaue Objektbezeichnungen
Kaufpreis beziehungsweise Investitionssumme
technische Beschreibung
gegebenenfalls Zeichnungen oder Fahrzeugkonfigurationen
Hersteller und Modell
geplantes Lieferdatum
Zum wirtschaftlichen Hintergrund
Gerade bei größeren Spezialinvestitionen kann zusätzlich hilfreich sein, kurz darzustellen, warum die Maschine angeschafft wird.
Beispielsweise:
Erweiterung der eigenen Kapazitäten
Ersatz vorhandener Technik
Erschließung eines neuen Leistungsbereichs
Gewinn eines größeren Auftrags
höhere Auslastung durch bestehende Rahmenverträge
Ersatz von Fremdleistungen durch eigene Technik
Damit wird aus einem reinen Finanzierungsantrag eine nachvollziehbare Investitionsentscheidung.
Kann gebrauchte Kanaltechnik finanziert werden?
Ja. Auch gebrauchte Kanalroboter, Maschinen und Spezialfahrzeuge können grundsätzlich finanziert werden.
Allerdings spielen dann zusätzliche Faktoren eine Rolle:
Alter des Objektes
Zustand
verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer
Kaufpreis im Verhältnis zum Marktwert
Verkäufer
Dokumentation der Maschine
geplante Finanzierungslaufzeit
Eine zehn Jahre alte Spezialmaschine über eine sehr lange Laufzeit zu finanzieren, wird naturgemäß schwieriger als ein junges, marktgängiges System.
Auch hier lohnt sich deshalb eine individuelle Prüfung.
Was passiert, wenn eine Leasinggesellschaft einen Kanalroboter oder eine Spezialmaschine ablehnt?
Eine Ablehnung durch eine Leasinggesellschaft bedeutet nicht automatisch, dass die Maschine grundsätzlich nicht finanzierbar ist.
Leasinggesellschaften unterscheiden sich erheblich hinsichtlich:
bevorzugter Branchen,
akzeptierter Investitionsgüter,
Unternehmensgrößen,
Finanzierungsvolumina,
Risikoeinschätzung und
gewünschter Vertragsstrukturen.
Gerade bei Spezialmaschinen ist es deshalb sinnvoll, nicht ausschließlich bei einem einzigen Finanzierungspartner anzufragen.
Ein Finanzierungspartner, der überwiegend Fahrzeuge und Standardmaschinen finanziert, kann einen Kanalroboter anders beurteilen als eine Gesellschaft mit Erfahrung im Maschinen-, Bau- oder Spezialanlagenleasing.
Beispiel: Finanzierung eines Kanalsanierungsfahrzeugs
Ein Kanalsanierungsunternehmen möchte ein neues Sanierungssystem inklusive Fahrzeug anschaffen.
Die Investition besteht beispielsweise aus:
Basisfahrzeug
individuellem Fahrzeugausbau
Fräs- und Sanierungsroboter
Kamera- und Steuerungssystem
Kompressor- und Versorgungstechnik
zusätzlichem Werkzeug und Zubehör
Statt ausschließlich den Gesamtpreis zu finanzieren, sollte zunächst geklärt werden, welche Bestandteile objektseitig finanzierbar sind und welche Finanzierungsstruktur zum Unternehmen passt.
Anschließend können Leasing, Mietkauf und gegebenenfalls Darlehensvarianten gegenübergestellt werden.
So wird nicht einfach nach der niedrigsten Rate gesucht, sondern nach einer Struktur, die zu Investition und Unternehmen passt.
Spezialmaschinen brauchen häufig auch eine spezialisierte Finanzierung
Eine Kanalsanierungsmaschine ist kein Standard-Pkw.
Und genau deshalb sollte ihre Finanzierung auch nicht wie eine Standardfinanzierung behandelt werden.
Bei TAILORLease bereite ich Finanzierungsanfragen so auf, dass Finanzierungspartner sowohl das Unternehmen als auch die Investition nachvollziehen können.
Dabei bin ich nicht an eine einzelne Leasinggesellschaft oder Bank gebunden.
Je nach Investitionsobjekt und Unternehmen prüfe ich, ob Leasing, Mietkauf oder eine Darlehenslösung sinnvoll ist und welcher Finanzierungspartner zum jeweiligen Vorhaben passt.
Häufige Fragen zur Finanzierung von Kanaltechnik
Kann man einen Kanalroboter leasen?
Ja. Kanalroboter und Fräsroboter können grundsätzlich leasingfähig sein. Entscheidend sind unter anderem Hersteller, Objektbeschaffenheit, Drittverwendungsfähigkeit, Nutzungsdauer und Bonität des Unternehmens.
Kann ein komplettes Kanalsanierungsfahrzeug geleast werden?
Grundsätzlich ja. Wichtig ist, dass Basisfahrzeug, technischer Ausbau, Robotik, Kamera- und Steuerungstechnik im Angebot möglichst transparent dargestellt werden.
Ist Mietkauf für Kanalsanierungsmaschinen möglich?
Grundsätzlich ja. Mietkauf kann insbesondere dann interessant sein, wenn die Technik langfristig im Unternehmen verbleiben und wirtschaftlich dem Unternehmen zugerechnet werden soll.
Können gebrauchte Kanalroboter finanziert werden?
Ja. Bei gebrauchter Technik werden zusätzlich insbesondere Alter, Zustand, Marktwert und verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer betrachtet.
Was tun, wenn eine Leasinggesellschaft die Finanzierung ablehnt?
Eine einzelne Ablehnung bedeutet nicht zwingend, dass das Vorhaben nicht finanzierbar ist. Finanzierungsgesellschaften unterscheiden sich bei ihren Objekt-, Branchen- und Risikokriterien.
Sie möchten einen Kanalroboter, ein Sanierungsfahrzeug oder andere Spezialtechnik finanzieren?
Dann können wir das Vorhaben gern vor einer Bestellung gemeinsam prüfen.
Hilfreich sind dafür zunächst das Angebot des Herstellers oder Händlers, die geplante Investitionssumme und einige grundlegende Informationen zu Ihrem Unternehmen.
So lässt sich frühzeitig einschätzen, welche Finanzierungsstruktur für die geplante Spezialmaschine infrage kommt.